Interview mit Melanie Pignitter
Ich hatte die Freude, Melanie Pignitter ein Paar Fragen su stellen, einer Frau, die mit ihrer warmherzigen Ausstrahlung und ihrem tiefen Verständnis für Selbstliebe und mentale Stärke viele Menschen berührt. In unserem Gespräch erzählt sie offen von ihrem eigenen Weg, teilt inspirierende Gedanken und zeigt, wie wir Schritt für Schritt lernen können, liebevoller mit uns selbst umzugehen.
Viel Freude beim lesen!
Bestseller Autorin, Coach und Verrückte-Sonnenbrillen-Sammlerin
Salome: Du schreibst Bücher, begleitest Menschen durch Krisen, bildest dich weiter, bist auf Social Media aktiv, machst Podcasts,... wie schaffst du das alles? :-) Und wie findest du Zeit für dich selbst?
Melanie: Ich glaube, der wichtigste Punkt ist: Ich liebe, was ich tue. Vieles fühlt sich für mich nicht wie Arbeit an, sondern wie ein Ausdruck dessen, was mir wirklich wichtig ist.
Gleichzeitig habe ich über die Jahre gelernt, meine Energie sehr bewusst einzusetzen. Ich sage zu vielen Dingen nein, damit ich zu den richtigen Dingen wirklich Ja sagen kann.
Und Zeit für mich selbst ist für mich kein Luxus, sondern Voraussetzung. Spaziergänge, Schreiben, Stille – das sind keine Pausen vom Leben, sondern Momente, die mich wieder mit mir verbinden.
Salome: In deinem Buch „Wiedersehen mit mir selbst“ reist Eva nach ihrer Trennung durch Italien und findet neue Perspektiven. Wie viel von dir und deinen Erlebnissen steckt in Eva?
Melanie: Sehr viel – und gleichzeitig noch mehr.
Eva trägt auch einen Teil all der Frauen in sich, mit denen ich arbeite. Ihre Themen, ihre Zweifel, ihre Sehnsüchte, ihre inneren Kämpfe. Viele dieser Begegnungen haben mich beim Schreiben tief inspiriert.
Man könnte sagen: Eva ist nicht nur eine Figur. Sie ist ein Spiegel vieler weiblicher Erfahrungen.
Salome: Wie hat das Schreiben dieses Buches dich persönlich geprägt? Gab es Schlüsselmomente, Herausforderungen oder Aha-Erlebnisse für dich?
Melanie: Beim Schreiben passiert etwas Besonderes: Gedanken, die vorher nur ein Gefühl waren, bekommen plötzlich eine klare Form.
Ein Aha-Moment für mich war die Erkenntnis, wie sehr wir Menschen manchmal darauf warten, dass jemand anderes uns heilt oder rettet.
Doch der Moment, in dem wir beginnen, uns selbst wieder zuzuhören und uns selbst ernst zu nehmen, verändert alles. Genau diese Bewegung steckt auch im Kern des Buches.
Salome: Wie du weißt, begleite ich Frauen nach Trennungen. Viele fühlen sich zerrissen zwischen Schuldgefühlen und Alltagsheldin-Sein. Welche Honigperlen-Tools würdest du da einsetzen?
Melanie: Viele Frauen funktionieren nach einer Trennung einfach weiter. Sie kümmern sich um Kinder, Arbeit, Alltag – und gleichzeitig tragen sie innerlich ein Gefühl mit sich herum: nicht genug zu sein.
Ein kleines Tool aus meinem Honigperlen-Werkzeugkoffer ist deshalb erstaunlich simpel, aber unglaublich kraftvoll:
Stell dich jeden Tag vor den Spiegel und sag dir laut:
„So sieht eine glückliche Frau aus.“
Dieser Satz wirkt direkt auf unser Unterbewusstsein. Und unser Unterbewusstsein beginnt dann, alles dafür zu tun, dass wir genau diese Frau werden.
Es klingt simpel – aber seine Wirkung ist oft erstaunlich tief.
Salome: Was ist das Schönste, das du bei Frauen siehst, wenn sie nach Trennung ihre Selbstliebe wiederfinden?
Melanie: Der Moment, in dem sie beginnen, sich selbst wieder mit anderen Augen zu sehen.
Viele Frauen kommen mit einem tiefen Gefühl, nicht genug zu sein. Nicht schön genug, nicht liebenswert genug, nicht wertvoll genug.
Und irgendwann passiert etwas Wunderschönes: Sie erkennen, dass ihr Wert nie von einer Beziehung abhängig war.
In diesem Moment verändert sich ihre ganze Ausstrahlung.
Salome: Wenn du eine grosse Trennung schon erlebt hast (was ich dir nicht wünsche!)...Welche Entscheidung nach deiner letzten großen Trennung hat alles verändert und warum?
Melanie: Die wichtigste Entscheidung wäre für mich immer dieselbe: bei mir zu bleiben.
Nach Trennungen beginnen viele Menschen, sich selbst infrage zu stellen oder sich anzupassen, um wieder geliebt zu werden.
Die Entscheidung, mich selbst nicht zu verlassen – egal was passiert – würde alles verändern.
Salome: Hast du ein Lieblings-Tool aus Honigperlen, das Frauen hilft, alte Trennungsschmerzen loszulassen, ohne Therapie?
Melanie: Ein sehr kraftvolles Tool ist die Arbeit mit dem inneren Kind.
Denn viele Trennungsschmerzen berühren nicht nur die aktuelle Beziehung, sondern auch viel ältere Gefühle: das Gefühl nicht genug zu sein oder nicht wirklich gesehen zu werden.
Wenn wir beginnen, diesem verletzten Anteil in uns zuzuhören und ihm heute das zu geben, was damals gefehlt hat, kann sich etwas sehr Tiefes lösen.
Dann entsteht langsam wieder etwas, das viele Frauen lange vermisst haben: innerer Frieden. 💛